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Die Studienzeit ist nicht nur eine Phase des Lernens und der persönlichen Entwicklung – sie bietet auch ideale Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit. Nebenher einfach Geld verdienen und Berufserfahrung sammeln kannst du mit einem Nebenjob. Doch wenn du weitergehen möchtest, kannst du bereits im Studium ein eigenes Unternehmen gründen. In diesem Beitrag erfährst du, welche Vorteile das Gründen im Studium bietet, wie du dein Start-up richtig planst und welche Fördermöglichkeiten dir zur Verfügung stehen.
Studierende verfügen meist über eine höhere Risikobereitschaft und sind flexibel – beste Voraussetzungen für innovative Gründungsideen. Außerdem ist der finanzielle Druck oft geringer als im späteren Berufsleben, da Lebenshaltungskosten durch BAföG, Nebenjobs oder elterliche Unterstützung teilweise gedeckt sind. Informiere dich auf jeden Fall im Voraus, welche Einkommensgrenzen für BAföG, Familienversicherung und Kindergeld gelten.
Universitäten und Hochschulen bieten ein enormes Wissenspotenzial: Professor:innen, Kommiliton:innen und Gründungszentren stehen dir als Sparringspartner:innen zur Seite. Auch der Austausch in interdisziplinären Teams eröffnet neue Perspektiven und Ideen.
Studierende haben Zugang zu technischen Einrichtungen, Bibliotheken oder MakerSpaces, Softwarelizenzen & Hardware – oft kostenlos oder stark vergünstigt. Diese Infrastruktur kann für die Entwicklung von Prototypen oder Geschäftsmodellen entscheidend sein.
Eine gute Idee bildet das Fundament jeder Gründung. Achte darauf, dass deine Idee ein echtes Problem löst oder einen Bedarf deckt. Zahlreiche Beispiele für gute Geschäftsideen findest du in Deutschlands größtem Portal für Gründer – von der Idee bis zur Selbstständigkeit.
Bevor du durchstartest, solltest du deine Zielgruppe klar definieren und den Markt analysieren: Gibt es Konkurrenz? Was sind deine Alleinstellungsmerkmale (USPs)? Welche Trends beeinflussen deine Branche?
Ein durchdachter Businessplan ist das Herzstück jeder Gründung. Er hilft dir nicht nur bei der Strukturierung deiner Idee, sondern ist auch Voraussetzung für viele Förderprogramme. Wichtige Bestandteile:
Ein Blick auf das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) lohnt sich ebenfalls. Dort findest du alles, was du für den Start brauchst – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Ob Businessplan, Finanzierung oder rechtliche Basics: Die Informationsplattform liefert dir verständlich aufbereitete Infos, praktische Checklisten und hilfreiche Tools rund um das Thema Unternehmensgründung. Perfekt also, wenn du noch am Anfang stehst und dir einen Überblick verschaffen willst.
Studium, Nebenjob und Gründung unter einen Hut zu bringen, erfordert Disziplin und Organisation.
Gesellschaftsform, Steuern, Versicherung – diese Themen sollten frühzeitig geklärt werden.
Nicht jedes Projekt ist sofort rentabel. Eine solide Finanzplanung und ggf. externe Fördermittel sind entscheidend.
Das EXIST-Stipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt Studierende, Absolvent:innen und wissenschaftliche Mitarbeiter:innen bei der Umsetzung von innovativen technologieorientierten Gründungsvorhaben.
Voraussetzungen:
Viele Hochschulen bieten spezielle Programme zur Förderung von Start-ups an. Diese beinhalten: Mentoring & Coaching, Finanzierungshilfen, Büroräume & Infrastruktur, Netzwerkveranstaltungen. Informiere dich am besten direkt bei deiner Uni.
Wettbewerbe wie der „Gründerpreis“, „Start-up Teens“ oder „Jugend gründet“ bieten nicht nur Preisgelder, sondern auch wichtige Aufmerksamkeit und Feedback.
Das Förderprogramm INVEST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt Studierende und junge Gründer:innen dabei, für ihre Start-up-Ideen private Investierende (sogenannte Business Angels) zu gewinnen. Da es besonders in der Anfangsphase oft an Kapital mangelt, bietet INVEST seit 2013 steuerfreie Zuschüsse für private Investitionen in Start-ups. So wird die Finanzierung innovativer Gründungsideen im Studium erleichtert.
Neben dem INVEST-Programm gibt es weitere wichtige Anlaufstellen für Gründerinnen und Gründer im Studium. Ein bedeutender Akteur ist der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der bereits 2005 ins Leben gerufen wurde. Er stellt Risikokapital für vielversprechende, technologieorientierte Start-ups in der frühen Gründungsphase bereit. Ziel ist es, die Lücke zwischen innovativer Idee und marktfähigem Produkt zu schließen. Der HTGF unterstützt nicht nur finanziell, sondern bringt auch wertvolle Netzwerke und Expertise mit ein – ein großer Vorteil für Studierende, die ihr eigenes Tech-Start-up aufbauen möchten.
Grundsätzlich lohnt sich ein Blick in die Förderdatenbank des Bundes. Hier findest du einen Überblick über alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt stehen Finanzhilfen für Existenzgründer*innen sowie kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Suche kann anhand von Kriterien wie Fördergebiet, Förderberechtigte, Förderbereich und Förderart gefiltert werden.
Gründen im Studium ist eine einmalige Gelegenheit, innovative Ideen in die Tat umzusetzen und unternehmerische Erfahrungen zu sammeln. Mit den richtigen Tools, einer klaren Vision und den vielfältigen Unterstützungsangeboten für Studierende kannst du dein Start-up erfolgreich aufbauen – noch bevor du dein Studium abgeschlossen hast.
Für weitere Informationen lohnt sich auch ein Blick in das kostenlose eBook „Bachelor of Income“. Darin findest du neben praktischen Tipps zu Themen wie Finanzierung, Fördermöglichkeiten und Buchhaltung auch Erfolgsgeschichten von anderen Studierenden, die den Weg in die Selbstständigkeit gewagt haben.
Tipp: Nutze die Zeit an der Hochschule nicht nur zum Lernen, sondern auch als Sprungbrett für deine Zukunft als Gründer:in. Die besten Ideen entstehen oft genau dort, wo du es nicht erwartest!